Tag 1: ObanJuhu, die Abschiedstournee steht vor der Tür - und zwar sehr zeitig. Um halb 7 werden wir aus den Federn geklingelt um rechtzeitig um 8:20 am Bahnhof in der Innenstadt zu sein. Unterwegs holen wir uns noch einen lecker Frühstückskaffee beim Starbucks und treffen am Bahnhof dann auf die ebenfalls sehr verschlafenen Torsten und Christin.
Bei wunderbarstem Sonnenschein, schöner als man es sich träumen lässt (jaaa, meine Hoffnungen scheinen sich zu erfüllen!) ging es dann mit dem Zug durch die südlichen Highlands Richtung Oban. Es ist alles so wunderschön, man kommt aus dem schaun und staunen gar nicht mehr raus. Überall vom Schnee bezuckerte Berge und warme Brauntöne im Tal, kurz vor ihrem Frühlingserwachen.
Die Highlands (aus dem Zug gesehen)Nach 3 Stunden Bummelbahn durch diesen Traum kommen wir um kurz nach 11 in Oban an. Da unsere Fähre erst um 4 geht haben wir noch perfekt Zeit für eine Stadtbesichtigung. Naja, Ortsbesichtigung ist wohl richtiger!
Zuerst besteigen wir den örtlichen Berg, an dessen Hang das Städtchen erbaut ist, um im Turm (so heißt das Teil, ist aber kein Turm, "NEIN Oban, das ist kein TURM!" sondern ein Kolosseumsnachbau) eine Vesperpause (*me waves @ BaWü*) einzulegen und den Ausblick über Oban und die vorgelagerten Inseln zu genießen.
Gruppenfoto in Oban mit Inseln im Hintergrund
(Christin, Torsten, Amelie und ich)Der nächste Programmpunkt - nach einer zweiten Brotzeit aus dem lokalen Fish 'n' Chips Shop - ist die Besichtigung der Oban Distillery. Der Whiskey hier gehört zu den Classic Malts. Das ist zwar mehr eine Vermarktungsstrategie, aber so ganz grundlos ist der Oban Whiskey dann doch nicht dabei. Die Führung, die mir zwar nicht viel neues gebracht hat, da ich ja schon in der Glengoyne Distillery war, war wirklich nicht schlecht. Wie schon beim letzten Mal sehr interessant. Und für Christin und Torsten war das die erste Führung dieser Art. Zum Abschluss durften wir den 14-jährigen Tropfen dann verkosten. Der Whiskey explodiert förmlich im Mund. Ein sehr warmer, voller Geschmack. Am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber sehr lecker!
Die Überfahrt nach Mull war recht ereignislos, aber von wunderbaren Ausblicken geprägt. Um 6 waren wir dann nach einer weiteren Etappe (dieses Mal mit dem Bus) in Tobermory. Der Ort ist ein nettes kleines Hafen"städtchen" mit lauter bunten Häusern. Wunderhübsch! Eines dieser bunten Häuser ist die Jugendherberge, das pinke.
Erster Anblick von TobermoryNach dem Abendessen, Spaghetti mit Soße und Salat, gab es dann noch eine Runde Wizard und eine Runde Schnaps. Der gute "Bauer Schladerer", der "brennt seit 1814", der arme Mann... (ja, ich weiß, nicht lustig, aber ein Insider, den ich mir nicht verkneifen konnte).
Tag 2: Isle of Mull - WaldsterbenAuch heute werden wir mit Sonnenschein geweckt. Da übertrifft sich das schottische Frühlingswetter mal wieder selbst! Und alles nur für uns!?! Torsten ist schon eine Stunde auf den Beinen und hat unsere Brotzeit vorbereitet und war noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen.
Nach dem Frühstück brechen wir bei strahlendem Sonnenschein (ja ich weiß, ich wiederhole mich, aber es war einfach zuuu toll :) ) zu unserer ersten Wanderung auf. Diese führt uns zur Ardmore Bay. Leider soll es dabei durch einen Wald gehen, nicht sehr schön, wenn man sich gerade so sehr über die Sonne freut. Wie wir dann aber vor Ort feststellen war
diese Sorge unbegründet. Der gesamte Wald in diesem Tal wurde abgeholzt. Kein sehr erheiternder Anblick. Der Weg macht nicht wirklich Spaß. Einzig die schwarzen Schafe und eine Begegnung mit einem wahrhaft majestätischem Adler (?) lassen kurzzeitig die Trostlosigkeit ringsum vergessen. Wenigstens werden wir mit einer wirklich traumhaften Bucht belohnt. Hier rasten wir und lassen uns die Sonne auf den Pelz brennen.
Steinpyramide in der Admore Bucht (mit strahlend blauem Wasser)Anschließend gehen wir auf anderen Pfaden wieder zurück. Christin möchte doch unbedingt zu den Steinkreisen, die hier irgendwo sein sollen. Trotz einem langen Weg, teilweise durch (wegen Rodungen) abgesperrtes Gebiet finden wir die Steinkreise nicht. Dafür sehen wir jedoch das Schloss "Glengorm Castle". Der restliche Weg verläuft dann über eine Straße, na eher ein Sträßchen, zurück nach Tobermory. Die Straße windet sich dabei durchs Landesinnere durch beeindruckende Bergformationen und nette Wäldchen. Das entschädigt doch für das "Waldsterben" auf dem ersten Teil der Wanderung. Händchenhaltend kommen wir beiden Pärchen zurück.
In Tobermory genießen wir dann die Abendsonne bei einem Sonnenbad auf dem Pier. Torsten ist wieder einmal fleißig und lernt brav für seine bald anstehende Zwischenprüfung in Psychologie. Das muss man beim Lehramtsstudium in Halle anscheinend auch belegen.
Abends gibt es wieder gemütliches aber sehr müdes Essen. Danach beginnen bei 3 Pints Bier alle wieder etwas wacher zu werden und wir spielen noch eine weitere Partie Wizard (Amelie wollte eine Revanche) und andere lustige "Ratespiele" wie das "Ballspiel" (errate die Eigenschaften des Balles) oder das "Kofferpackspiel" (finde heraus, was du in den Koffer packen darfst und was nicht). Um 11 oder so fallen wir dann alle erschöpft ins Bett.
Tag 3: Loch-Wanderung und HeimreiseAuch der dritte Tag beginnt, nach einigem zögern, zu guter Letzt doch sonnig. Das übertrifft alle Erwartungen und auch den Wetterbericht. Perfekt! Die heutige Wanderung fällt etwas kürzer aus als gestern, schließlich müssen wir am Nachmittag ja noch nach Hause fahren. Am Ufer der "Tobermory Bucht" entlang führt uns der Weg zu einem kleinen See in der Umgebung.
Im strahlenden Sonnenschein wirkt der Pfad teilweise äußerst Mediterran. Vor allem wenn man dann noch auf "Savannenbäume" trifft. Da kann Christin dann nicht mehr anders und muss zu fotodokumentatorischen Zwecken mit T-Shirt in der Sonne posen.
Torsten, Amelie und Christin in der SavanneKurz vor dem See stoßen wir auf einen Wasserfall und ein Hinweißschild, dass sich weiter oben noch ein größerer befindet. So biegen wir dann vom direkten Weg ab und kraxeln den Pfad auch noch zum oberen Wasserfall rauf.
Überall entlang des Weges hat man schöne Blicke aufs Meer oder auf die niedlichen Häuschen von Tobermory. Nach der Umrundung des Sees machen wir dann an einem Picknicktisch mit Blick auf den Ort (ganz klein in der Ferne) Pause.
Auf dem Rückweg macht sich die Sonne leider immer rarer und nachdem wir dann noch eine halbe Stunde auf einer Bank am Hafen von Tobermory gesessen (und geträumt) haben müssen wir zum Aufwärmen noch mal zurück in die Jugendherberge, wo wir uns einen letzten Tee machen.
Um 4 fährt dann unser Bus. Kurz nach dem Einsteigen beginnt es wie aus Kübeln zu regnen und parallel dazu falle ich in den Schlaf. Bin wohl etwas geschafft. Im Zug bin ich dann wieder wach, im Gegenteil zu Amelie, die die halbe Heimfahrt verschläft.
Komisch, dass das unsere letzten Momente mit Christin in Glasgow sein sollen. Zurück zu Hause gehen wir dann noch ein Stück zusammen durch die Fußgängerzone bevor sich unsere Wege trennen. Ich hoffe doch nicht für immer! Da steht man dann auf einmal mitten in Glasgow und vor Abschiedsschmerz wird einem das Herz ganz schwer. Tschüss Christin und auch Torsten!
Zu Hause in Firhill bin ich dann ziemlich schnell ins Bett gefallen. Meine Augen (und ich) waren so müde, dass ich fast nicht mehr lesen geschweige denn tippen konnte.
Das war mal eine schöne und würdige Abschlussfahrt!Bussi Schottland!
2 Comments:
Na, das war doch alles in allem ein schöner Abschluss! Von außen kommt einem so ein Auslandssemester wirklich viel kürzer vor, als wenn man es selber erlebt (außer man hat fürsorgliche Eltern - denen kann es gar nicht kurz genug sein... *gg*).
Jedenfalls habt ihr echt was draus gemacht, nicht nur (aber auch...) Party, sondern auch viel gesehen und tolle Erlebnisse gehabt.
Hoffentlich bleibt euch die angeblich weit verbreitete "Post-Erasmus-Depression" erspart. Ich jedenfalls hab darunter nicht gelitten. :)
Noch ein letzter "Alte-Hasen-Tipp": Druck dir dein Blog aus. Ich hab das auch gemacht und war im Nachhinein heilfroh darüber, denn irgendwann wurde es unangekündigt gelöscht.
Nun denn, dann sag ich "Auf Wiedersehen im Alltag"!
Andi
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