3-Tages-Ausflug

oder: Über Arran nach Inveraray

Hier folgt nun also der Bericht über den legendären Abenteuerausflug von Freitag bis Sonntag.

Freitag - Der Reisetag


Karte

Zuerst einmal eine Karte von Arran und Umgebung um das Lesen zu erleichtern.

Und los geht's

Am Freitag morgen haben wir uns vor Haus C getroffen um gemeinsam zum Buchanan (sprich: Bjukänän) Busbahnhof zu fahren. Mit von der Partie waren Alberto, Amelie, Annika, Iva, Lindsay und ich. Am Bahnhof ist dann noch Christine, die einzige die nicht in Firhill wohnt, zu uns gestoßen.
Wie wir dann erfahren mussten waren wir wohl ein bisserl zu spontan, da leider auf Arran keine Jugendherbergen (und auch sonst keine Herbegen) mehr frei waren. Schuld war wohl auch ein durch Feiertage verlängertes Wochenende in Schottland, das von Freitag bis Montag war. Aus diesem Grund waren 2 Übernachtungen in Inveraray eingeplant, und Arran lag somit nur auf unserer Reiseroute.
Mit dem Bus sind wir nach Adrossan gefahren. Von dort wollten wir mit der Fähre nach Brodick übersetzen. Im Fährterminal mussten wir dann erfahren, dass wir nur 2h Aufenthalt auf Arran haben, da wir eine relativ frühe Fähre erreichen sollten, um noch Anschluss (mit dem Bus) nach Tabert zu haben. Von dort wollten wir uns dann weiter nach Inveraray durchschlagen.

Arran

Nach einer sehr windigen Überfahrt - wie man bei den Bildern (Galerie s. unten) sieht - sind wir dann in Brodick angelandet und haben uns dort gleich in den Bus setzen müssen, um nach Lochranza im Norden der Insel zu kommen. Auf der Fahrt kommt man dann durch die unterschiedlichsten Landschaften, von Meeresküste mit sich sonnenden Robben über Hochmoore, nicht zu vergessen die kleinen Bäche, bis zu felsigen Bergen. Einfach unbeschreiblich und wunderschön. Man möchte alle 2m aussteigen und sich in die Wildniss stürzen! Ja, man kann sagen, da hat sich einer in diese Insel verliebt :)

In Lochranza hat der Busfahrer ein Paket zur dortigen Jugendherberge gebracht. Gemein, ausgebucht und trotzdem kommen wir genau davor an. Wir sind dann ausgestiegen um den restlichen Weg zum Hafen zu Fuß zu gehen. Wunderschön, am Meer entlang und an der sehr zerfallenen Ruine des Lochranza Castle vorbei. Vom Hafen aus sind Amelie, Christine und ich dann noch weiter am Meer entlang gewandert. Man war es da vielleicht windig. Ein raues Land ist es ja schon! Die restlichen vier wollten lieber einen Tee trinken und sind in einem winzigen Hotel eingekehrt. Dort haben sie sich verratscht und hätten beinahe die Fähre verpasst.
Diese war dann ein winziges Schiffchen, verglichen mit der ersten, das ziemlich rumgehüpft ist in den Wellen. Teilweise ist durch die Luke in Fahrtrichtung vorne (einen Bug hatte das Teil nicht, es kann an beiden Seiten anlegen...) richtig Wasser ins Boot gekommen. Da wird einem schon mulmig.

Fahrzeugwechsel - Fähre wird zu Bus

Wir sind dann aber doch gut und trocken in Claonaig angekommen. Ein Ort war hier nirgendwo zu sehen. Mitten im Nirgendwo. Mit wunderschönem Blick auf den bergigen Teil von Arran. Auf uns wartete dort ein kleiner, weißer Bus. Mehr ein Auto. Gott sei Dank haben wir die Fähre nicht verpasst, sonst wären wir festgesessen.
So aber kommen wir gut nach Tabert. Dort stellt sich herraus, dass ca. 1 Stunde später ein Bus nach Inveraray weiterfährt. Glück gehabt. Wäre doch noch ziemlich weit gewesen, wie man auf der Karte von Inveraray und Umgebung sehen kann (Tabert ist der 2. Punkt über Arran an der Engstelle der Halbinsel).
An der Bushaltestelle kam dann nach 3 Minuten der Bus nochmal gefahren um uns zu fragen, ob wir einen Pulli an Bord der Fähre vergessen haben. Ja, hatte Lindsay. Eswurde ihr dann versprochen, dass er am nächsten Tag am Bus nach Glasgow liegt. Lindsay hätte ihn sich dann in Inverarary abholen können (hat es aber, wie der Konjuktiv andeutet, dann doch nicht geschafft). Na jetzt kann sie hoffen, dass es in Glasgow irgendwo ein Bus-Lost&Found gibt wo er liegt. Sowas ist mal wirklich Hilfsbereitschaft!
Nach weiteren 1,5h Fahrt sind wir dann so gegen 8 im Youth Hostel angekommen. Nein, schön ist es nicht. Aber man kann, wie anscheinend in allen Hostels in GB, selbst kochen. Das spart ein haufen Geld und macht auch noch Spass. Es gab Pasta (oder Noodles ;) ) mit Tomatensoße (Huiiii).

Samstag - Der Wandertag


oder: Verlaufen für Fortgeschrittene

Nach einem späten, gemütlichen Frühstück (Annika kann vielleicht was wegessen ;)), für das Alberto, Amelie und ich gesorgt hatten sind wir dann aufgebrochen. Wir wollten auf den Watch-Tower auf einem nahen Hügel. Die Tourist-Information-Tante (TIT) war schon Vormittags sichtlich genervt. Fragen war nicht erwünscht, so schien es. Was sitzt sie denn da rum? Ist das nicht ihr Job Fragen zu beantworten. Wir haben dann auch eine sehr ausführliche Antwort auf unsere Frage nach einem Weg zum Turm bekommen: "You need about one hour to get to the watch tower. There are marked paths or you can buy a map...". Hmm, nein, sowas brauchen wir nicht, wenn es doch markierte Wege gibt.

*An dieser Stelle halten wir die Zeit kurz an: Wie wir später feststellen wird ist uns hier ein Fehler unterlaufen. Traue nie, ich wiederhole, nie einer TIT, wenn sie behauptet, die Wege seien markiert!*

Aber weiter: Guten Mutes sind wir am Schloss vorbei losgezogen um in die geheimnisvolle Wildniss Schottlands vorzudringen und unerforschte Burgen und Türme zu entdecken. Nach einem kurzen Umweg (hin und wieder zurück auf dem gleichen Weg), haben wir dann die richtige Abzweigung gefunden und uns an den Aufstieg gemacht. Nach einiger Zeit und vielen Wegmarkierungen sind wir dann an einen Platz gekommen, von dem aus es auf immer schlammigeren Pfaden immer geradeaus (oder leicht bergab) weiterging. Nach einer halben Stunde ohne Markierung oder Zeichen von Leben - bis auf ein aufgeschrecktes Reh - haben wir dann doch entschieden, den immer kleiner werdenen Pfad nicht weiter zu verfolgen, sondern umzukehren.
Auf dem Rückweg haben wir uns dann entschlossen, in der anderen Richtung einen Weg zu nehmen, denn wir noch nicht versucht hatten. Nach einer halben Stunde waren wir dann auch schon am Gipfel und bei dem von hier oben viel kleiner wirkenden Turm angelangt. Eine kurze Pause, dem Staunen über die gigantische Aussicht, eine Fotosession und ein bisschen Frieren später haben wir uns dann an den Abstieg gemacht, der nach ca. einer halben Stunde beendet war.
Hier soll nochmal ausdrücklich erwähnt werden, dass wir für eine einstündige Wanderung, auf markierten Wegen (ja, markiert war da was, nur nicht unser Weg!), fast 4 Stunden gebraucht haben. Lustig war es trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen.
Am Abend haben wir dann witzige Wortspiele auf Englisch gespielt. So macht lernen und kennenlernen doch richtig Spass :)

Sonntag - Der Regentag


oder: Die Heimreise

Am Sonntag hatten wir noch 4 Stunden Zeit uns das riesige Inveraray anzuschauhen. Ich schätze mal, dass es ca. 50 Häuser gibt. Davon ist eines ein Gefängnis-Museeum, ein Boot ein Maritim-Museeum, dann gibt es einen berühmten (?) Glockenturm, das Schloss, ... . Ein Touridorf mit Leib und Seele. Na, wir sind dann zu 4. gemütlich durch die Gassen gezogen und haben alles ein bisserl angeschaut. Die restlichen 3 wollten das Gefängnis sehen, was mir aber für 5,75 £ zu teuer war. Als es dann zum zweiten mal an diesem Vormittag so richtig zu pissen angefangen hat, sind wir noch in ein Hotel am Platze, das Gebäude wurde 1750 erbaut, um was zu trinken. Leider hatten wir nur noch 30 Minuten Zeit, so dass ich mein Kännchen Tee leider nur halb trinken konnte. Sehr ärgerlich!
Der Rest der Reise, die Busfahrt, verlief ziemlich ereignislos und wir sind guterhalten und mit vielen abenteuerlichen Erlebnissen wieder in Glasgow gelandet.
Am Abend war dann um 9 das Licht aus. So erschöpft waren wir.

Bilder

Ihr findet eine externe Gallerie unter http://lordtoepfchen.free.fr/Glasgow/Arran - Inveraray 2005 - 1/.
Beachtet, das es zwei Gallerien gibt (eine für den ersten und eine für den zweiten Tag).