Arran No. 2

Vortsetzung von Salsa und ein weiterer Reisetag

Freitag - Späte Ankunft


Die Reise

Wie schon bei unserem letzten Arran Trip war Freitag als Reisetag vorgesehen. Mit dem Taxi gings durch den (feier-)abendlichen Verkehr zum Hauptbahnhof. Von dort dann mit dem Zug in 45 Minuten nach Ardrossan. Umsteigen in der Fähre und in der Abenddämmerung nach Arran übersetzen.
Bei der Ankunft um 7 ist es schon dunkel und wir haben (leichte) Schwierigkeiten den Autoverleiher zu finden. Vielleicht ist es ja der Mann mit dem Klemmbrett der da wartet? Ja genau, der ist's.
Huh,welch nettes Auto. Wir steigen ein, er erklärt mir das wichtigste und der Papierkram wird erledigt. Dann gehts auch schon los. Schon komisch. Falsche Seite. Alles falsch. Der Schalthebel links, der Sitz rechts, die richtige Spur links, ... und dann ist es auch noch dunkel, so dass ich gar nicht richtig sehe, wo sich im Auto was befindet.
Die 14 Meilen gestalten sich spannend. Enge Strassen, Wild und Schafe mit auf dem Weg und wieder der "Kampf" mit dem unbekannten Auto. In Lochranza an der Jugendherberge dann die nächste Frage: Wie bekommt man den Schlüssel aus dem Zündschloss? Nachdem Martin und ich abwechselnd versucht haben das Problem zu lösen hat sich Amelie dran gewagt. Ein nackler und er ist draußen! Ja, ist ganz einfach. Leicht drücken, dann drehen und rausziehen... Wenn man es nur vorher wüßte.

Müder Abend

Nach unserer späten Ankunft, es war schon nach 8, haben wir dann Tortellini mit (Dosen-)Gemüse-Sahne-Soße gekocht. Anschließend bei einem Tee im wunderschönen Gemeinschaftsraum Pläne für den nächsten Tag geschmiedet.
Um kurz vor 12 muss man dann ins Bett, was aber auch gut so war. Immerhin war mein Tag da schon 17 Stunden alt.

Samstag - Wandern


Morgenstunk

Ich steh wie ausgemacht um 8 auf, zieh mich an und wasch mich. Zurück im Zimmer liegt Martin noch im Bett. Er steht dann aber auf um sich ebenfalls herzurichten. In der Küche dann die Feststellung: Ich bin der Erste. Dann mach ich halt mal Frühstück. Kurz drauf kommt Amelie und noch etwas später dann Martin. Annika und Iva kommen dann schon um dreiviertel 9 mit einem blöden Spruch statt einer ernstgemeinten Entschuldigung auf den Lippen. Sowas macht mich dann echt sauer. Ich bin doch dort hingefahren um was zu sehen. Das geht halt nur wenn es hell ist. Außerdem finde ich es unmöglich andere Leute so lange warten zu lassen.

Der Cock of Arran

Vor dem späten Abmarsch frägt Amelie Gott sei Dank nochmal, ob die von uns geplante Wanderung auch gut ist. Der Herbergsvater rät uns schwer davon ab und legt uns den Cock of Arran ans Herz.
Wir ändern unseren Plan und wandern los. Uns erwartet ein wunderschöner Walk. Zuerst über den Berg, mit tolstem Blick auf die umgebenden Berge und Täler, das Röhren des Rotwilds im Ohr. Auf der anderen Seite des Berges an der Flanke entlang, hoch über dem Meer. Hinab zu einem einsamen (Ferien)haus. Von dort am Meer entlang zurück. Unterwegs trifft man auf Ruinen, Höhlen (Ossian's Cave), einen Stein, der wie ein Hahn aussieht (daher der Name), ein Kletterstück (das Resultat eines Steinschlags im 19. Jahrhundert) und viele sehr schöne Ausblicke. Mit von der Partie war Phasenweise leider auch schlechte Laune, in wechselnden Personen.
Zurück in der Bucht von Lochranza erleben wir ein tolles "Naturschauspiel". Eine Gruppe Robben die sich auf den Sandbänken Sonnen. Die schaun vielleicht witzig aus.

Wir treffen einen Bus

Nach einer kurzen Pause und einem kleinen Tässchen Tee in der Jugendherberge gings dann nach Brodick zurück, um noch einige Einkäufe zu tätigen und ein bisserl Sight-Seeing zu machen. Beim losfahren dann der erste Schock, ich bin in alter Gewohnheit auf der rechten Seite losgefahren, wo mir auch gleich ein Auto entgegenkam. Alle schrein von hinten: "Left, ... Left!". Ich bezieh das erst im letzten Moment auf mich, aber noch rechtzeitig.
Einige Kilometer durch die Berge ist alles Wunderbar. Zurück an der Küste kommen wir in einen kleinen Ort. An der engsten Stelle - links schiebt sich eine Mauer in die Straße, rechts stehen Häuser, das ganze auch noch in einer Kurve - kommt uns ein Bus entgegen. Hinter uns andere Autos. Ich fahr etwas rückwärts und denk, da kommt er schon vorbei. Fahr recht nah an die Mauer. Leider kommt er noch nicht vorbei. Also weiter zurück, noch näher an die Mauer. Immer noch knapp, aber ich kom nicht mehr weg. Vor mir der Bus, hinter mir die Mauer, die sich noch mehr in die Straße schiebt. Ich fahr nach Anweisung des Busfahrers, der von oben den bessern Überblick hat (zitternd) bis auf wenige Zentimeter an die Mauer. Mit eingeklappten Spiegeln. Nun versucht der Bus in Milimeterarbeit an uns vorbei zu kommen. Dabei kommt er uns sehr, sehr Nahe. Alle schwitzen und fluchen. Doch zu guter Letzt ist er vorbei und ich kann weiterfahren. Mit den Nerven bin ich nun am Ende. Fremdes Auto, "falsche Seite" zum fahren und dann sowas... .

Sight-Seeing in Brodick

Wir bekommen in Brodick unser Arran-Bier (das mir nicht wirklich geschmeckt hat) und fahren anschließend zum Brodick-Castle. In der letzten Abendsonne schlendern wir einmal drumrum und einmal durch den Park um dann zurück zum Hostel zu fahren. Alle sind genervt und fertig.
Schön war der Tag eigentlich trotzdem!

Sonntag - Inselrunde


Machrie Moor

Am Morgen ereignete sich ein ähnliches Spiel wie am Samstag. Weil Amelie keine Lust hatte doof rumzustehen und zu warten ist sie dann schon mal vorgegangen. Wir haben dann noch einen kurzen Zwischenstopp am Lochranza Castle (mehr eine Lochranza Ruin) gemacht und sie dann unterwegs aufgelesen.
Die weitere Fahrt durch Mini-Schottland (so wird Arran oft genannt) eröffnet die unterschiedlichsten Landschaften. Von kurvigen Küstenstraßen bis hin zu Bergstraßen im Landesineren, mal breiter mal schmäler, mal waldig grün mal moorig braun, es gibt einfach alles.
Bei Machrie Moor haben wir dann länger halt gemacht um die Gruppe von 6 dicht beeinander stehenden Steinkreisen zu bestaunen. In der gesamten Gegend gibt es noch einige mehr. Echt beeindruckend. Einige der Säulen sind dabei mehrere Meter hoch, andere hingegen gar nicht mehr zu erkennen. Die Jahrtausende gehen nicht immer unbeschadet an einem vorbei. Die Lage der Kreise in einem Moorgebiet, umgeben von Hügeln und Bergen trägt noch weiter zur Wirkung der Monumente bei.

Das Auto

Bei der Weiterfahrt hat Martin die Anleitung des Autos durchgeblättert. Auf einmal meint er: "How many Kilometers or Miles has this car?". Der Zähler zeigt 400 und ein paar zerquetschte. Da meint er, dass die Garantie des Autos am 11.10.05, also 3 Tage bevor wir es bekommen haben, losgeht. Die 400 Meilen auf dem Zähler sind also nicht Tages- sondern Gesamtkilometer des Autos. Wir haben einen niegel, nagel, neuen Chevi bekommen. Wie geil!

Der Rest im Zeitraffer

Wir sind dann noch die restliche Inselstraße im Süden nach Brodick gefahren. Haben in einigen Örtchen Halt gemacht und die Eindrücke auf uns wirken lassen. Das Fahren wurde dann auch langsam zur Routine und auf einem Stück habe ich, da es mal etwas breiter war, sogar über 80km/h drauf bekommen.
Die Überfahrt und die Zugfahrt waren eine müde Angelegenheit. Viel gedöst und geschlafen. So ein Wochenende macht einfach müde!

Bilder

Die Bilder kommen in den nächsten Tagen wie immer auf meine Bilderseite und werden dann auch hier direkt verlinkt. Da ich aber nich aussuchen, kommentieren und nicht zuletzt hochladen (Ewigkeitswerk ich komme) muss dauert das wohl noch ein paar Tage.

EDIT: Bilder sind unter obiger Adresse online. Und es hat wegen dem blöden Firhill-Internet sage und schreibe 24h gedauert bis sie online waren...

2 Comments:

At 22:29, Anonymous Anonym said...

Übrigens war ich diejenige, die das Alter (bzw Jungfräulichkeit) das Autos entdeckt hat. Ja ich kenn mich halt aus mit Autos :) immerhin hab ich auch sofort gecheckt, wie der Zündschlüssel rausgeht...nachdem ihr beiden Jungs 5min verzweifelt probiert hattet...
Dafür muss man halt auch mal meine schlecht Laune ertragen können *g.

War echt ne schöne Zeit auf Arran.

@Schomi, es hat kein einziges bisschen geregnet, und fast immer die Sonne geschienen und Arran ist überhaupt nicht doof.

 
At 22:35, Anonymous Anonym said...

Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home