Review: Lectures 1
oder: Das ernste Unileben hat begonnen
Der Ernst (oder wars Paul) des Lebens hat uns auch in Glasgow erreicht. Heute war der erste Tag mit normalen Vorlesungen. Auf uns hat ein, für Glasgower Verhältnisse, strammes Programm von sage und schreibe 3 (in Worten: drei) Stunden Vorlesung gewartet.
10a.m. - 11a.m.: Further Modelling
"Are you Erasmus students?", dieser Satz war der erste, den wir von Stephen (Senn) hörten. Er meinte, dass er uns nicht kennt und deshalb darauf kommt. Ja, sind wir. Aus Deutschland. "Ah, aus Deutschland. Wo seid ihr denn her?". "München". "Ah, ich bin aus der Schweiz...". Jedes Statistik-Institut scheint wohl (s)einen Schweizer zu haben.
Die Vorlesung scheint recht spannend zu werden. Bis jetzt die schwerste. Ich hoffe es wird eine schöne Wiederholung von GLM in München. Da hab ich irgendwie Phasenweise nicht so wirklich alles mitbekommen. Vielleicht weil ich mich immer so über das schlechte "Skript" (haha, welch Euphemismus) von einem gewissen Dozenten ärgern musste :). Das ist hier doch anders, man bekommt ein gedrucktes Skript, in das man dann ergänzen kann.
12noon - 1p.m.: Design of Statistical Investigations
Um 12 dann, nach einem Spaziergang und einem Päuschen auf den Bänken vor der Hunterian Art Gallery (mit ausgiebigem Lachen über halbnackte Schott(inn)en) haben wir dann schon wieder einer Stunde Stephen, diesmal in einer Vorlesung fürs 3. Jahr, gehabt. Hier der gleiche, begeisterte Vortragsstil. Ist auch echt toll, dass er einen stark medizinischen Background hat. Trifft genau meine Interessen. Die Vorlesung ist Inhaltlich wohl weniger fordernd, vor allem, da wir den Stoff schon relativ ausgiebig in medizinische Biometrie in München hatten. Na, dann wag ich mich hier mal an neue Vokabeln aus dem medizinisch, statistischen Bereich. Was ich echt bewundernswert finde ist, dass Stephen (für meine Ohren) akzentfreies, gutes Englisch spricht. Zusätzlich kann er noch Deutsch und wohl auch Französisch, da er aus diesem Sprachraum der Schweiz kommt. Manche Menschen haben einfach Sprachtalent.
Lustig ist auch, dass er flüssigeres, besseres Englisch spricht, als der muttersprachliche Ben (und auch Mr. Webber). Jaja, Geburt ist nicht alles ;)
2p.m. - 3p.m.: Biostatistics
Da hatten wir dann mal nicht Stephen, sondern Harper (Gilmour). Ein lustiger, dickerer kleiner Mann. Die Vorlesung geht (leider) vor allem über Epidemiologie und klinische Studien. Als hätten wir das in Deutschland nicht schon gehört. Ich sag bloß: "Declaration of Helsinki"...
Da er aber etwas andere Ansatzpunkte wählt, z.B. die Geschichte der klinischen Studien, kann das durchaus auch ganz interessant werden. Als Prüfungsvorbereitung für zu Hause schadet es ebenfalls nicht. Haben dann heute sogar schon "Hausaufgaben" aufbekommen. Ein Paper lesen und dabei einige Arbeitsanweisungen befolgen. Wie ich bereits sagte: sehr verschult das alles und das im 4. Jahr. Die Leute fangen danach zu arbeiten an...
Na, so ist also das schottische Unileben :) Morgen dann saftige 2 Stunden.
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