Ausblick am Loch Lomond
oder: Wohin einen der Zufall fürt
Da Papa unbedingt auch mal aus Glasgow raus wollte - was ich gut verstehen kann - sind wir zum Loch Lomond gefahren. Mit Bus und "S-Bahn", also so nem Vorortschnellzug, geht das relativ günstig und problemlos. Dort angekommen haben wir dann - Standardprozedur - erst mal bei der Touristeninformation nachgefragt, welche Touren man gehen kann. Es gibt aber anscheinend nur die Route nach Cardross, eine durch den Baloch Country Park und noch eine ganz kurze am Seeufer entlang. Da wir aber richtig wandern wollten sind wir dann wieder Richtung Cardross losgezogen. Ich war dort zwar schon, aber die andere Jahreszeit sollte es doch nicht langweilig werden lassen...
Das Wetter war einfach wunderbar. Sonnenschein und auch relativ mild für die Jahreszeit. Papa war ganz angetan und hat sich immer wieder in die Natur rechts und links des Weges geschlagen um zu knipsen und zu staunen. Bei einer dieser Gelegenheiten habe ich derweil auf dem Weg gewartet. Als ein Wanderer vorbei kam hab ich dann gefragt, wie der Weg weiter oben würde. Er hat mir dann gleich ein paar Tipps gegeben wie ich die besonders bazigen Stellen umgehen könnte. Sein besonderer Tipp und da wo er gerade herkommt sei aber der Punkt dort oben, der beste Aussichtspunkt an diesem Berg. Man müsse nur vor dem Wald nach links abbiegen und sich durch ein - ein wenig mooriges - Gebiet schlagen. Es sei es aber Wert. Von oben könne man dann auch nach Renton absteigen. Dort hält dann auch der Zug.
"Cardross oder Abenteuer", so hab ich Papa dann begrüßt, als er zurück kam. Seine Entscheidung war pro Aussicht und pro Abenteuer. Also sind wir los durch die Sumpfwiesen. Nach einer halben Stunde waren wir dann oben und der Ausblick noch viel besser als wir es von unten erwartet hätten. Einfach traumhaft. In der Abendsonne - um 3 Uhr - haben wir dann Brotzeit gemacht und uns dann an den Abstieg gewagt. Nach einigem hin und her haben wir uns für den unbekannten Trampelpfad entschieden, der uns hoffentlich nach Renton oder zumindest in die Nähe führen sollte.
Anfangs war der Pfad auch noch sehr ok, aber mit der Zeit verlor er sich immer mehr im Gestrüpp. Irgendwann sind wir dann einfach nur noch querfeldein gelaufen, mit dem vermeintlichen Renton als Ziel.
Wir haben dann auch irgendwann ein rotes Auto gesehen. Es stand am Ende eines fernen Feldweges. Darauf haben wir dann zugehalten. Zivilisation! Kurz vor dem Feldweg haben wir dann ein "Schlachtfeld" gefunden. Überall Tontauben - die kleinen Tonscheiben zum schießen üben. Schon irgendwie komisch. Und da wo vorher noch das Auto stand lag jetzt nur noch eine leere Schachtel Kondome. Scheint wohl so der Ort Dorfjugend für alles "verbotene" zu sein... :)
Eine weitere Art Fundstück, dass uns auf unserer ganzen Wanderung begleitet hat waren die toten, in einzelne Knochen zerfallenen Schafe. Umgeben waren diese immer von einer Aura von lose rumliegendem Fell. Sehr komisch. In den 3 bis 4 Stunden haben wir mindestens 8 solcher Skelette entdeckt. Haben wohl eine hohe Sterblichkeit die Viecher.
Abendessen
Zurück zu Hause erwartete uns dann ein wunderbares Abendessen. Das hatte ich mir "gewünscht". Amelies ber&uumol;hmte Gemüselasagne. Wie überaus lecker. Wenn das zubereiten doch nur schneller ginge...
Nach dem Essen gab es für Papa dann noch einen mehrstündigen Bilderabend. Pflichtproggramm für den Besuch ;)
Leider war dass dann auch unser letzter gemeinsamer Abend. Morgen früh muss Papa schon wieder zum Flieger!
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