Skye Trip

Ich versuche mal, das Wochenende zu beschreiben und wenigstens die wichtigen Stopps und Ereignisse zu beschreiben. Ich glaube das wird ziemlich schwer, da es ein aeuSZerst actionreiches Wochenende war.

Tag 1 – eigentlich Nacht 1


Anreise im Dunkeln

Da wir erst um 4 Uhr Nachmittags abgefahren sind, fand eigentlich die ganze Fahrt im Dunkeln statt. Unser "Haggis"-Guide Ewan meinte immer nur, "links würdet ihr jetzt ... sehen, und rechts ...". Na prima.
Haggis ist übrigens ein Reiseunternehmen, die lauter Bustouren durch Schottland, Irland und England anbieten. Die Guides sind von Geschichtslehrer bis zum Pausenclown alles. Sehr amüsant und vielseitig. Doch weiter im Text.

Glencoe

Einen der schottischen Schicksalsorte, Glencoe, haben wir leider auch nur bei Nacht "gesehen". Also vielmehr erahnt. In diesem Tal wurde ein kompletter Highlanderclan inkl. Kindern und Alten von einem anderen Clan, auf Befehl des englischen Königs, ermordet. Dabei wurde das Gesetz der Gastfreundschaft ignoriert und somit eine der schlimmsten Untaten begangen, die es gab.
Wer mehr dazu wissen will kann sich mal diese ausführliche (englische) Seite durchlesen: The Massacre of Glencoe.

Ankunft

Vor der Ankunft wurde in Fort William halt gemacht. Dort gibt es einen Supermarkt und einen MacDonalds. Wir haben uns dann erst noch Bier und Brotzeit für den nächsten Tag gekauft und wollten uns dann was warmes beim Mac holen. Leider war es da schon 8:03, und wir wurden nicht mehr reingelassen. Sehr pünktlich und freundlich das Personal. Danke and das güldene M! Die Folge war, dass wir uns Sandwiches kaufen mussten. An sich ja nicht schlecht, aber wenn man schon 3 mal welche hatte an diesem Tag (morgens, mittags und zum Nachmittagssnack), dann freut man sich nicht mehr wirklich. Was warmes wäre echt toll gewesen!

Pubbing

Um 10, oder war es gar schon 11, wahren wir dann auch endlich in der Herberge. Recht gemütlich. Mit großem "Wohnzimmer" mit Blick aufs Meer und aufs Festland. Dort haben wir dann erstmal was gegessen und ein wenig entspannt, bevor wir losgezogen sind um die Pubs unsicher zu machen. Das Tolle ist, dass es bei der Herberge gleich 2 davon gibt. Eins direkt nebenan, das Saucy Mary's und ein anders direkt auf der anderen Straßenseite, die King Hakon Bar. Zuerst sind wir in letztere gegangen. Die Stimmung war aber nicht so toll. Also rüber ins Saucy Mary's. Dort erwartete uns tolle Livemusik mit Party bis um 1.
Dann bin ich, ich glaube verständlicher Weise, ziemlich müde ins Bett gefallen.

Tag 2 - Skye round and round


Und los geht's

Um 8:45 ging es wieder los. Also früh morgens um 7:30 aufstehen. Das kann einem ganz schön schwer fallen! Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir zur Skye-Rundtour aufgebrochen.

Portree

Zuerst ging es nach Portree, eine nette kleine Stadt auf Skye. Eigentlich mehr ein Dorf. Und doch handelt es sich hier um die Inselhauptstadt. Besonders malerisch sind die bunten Häsuer im Hafen.

Wasserfälle

Unser weiterer Weg führte durch Moorgebiet. Da der Untergrund so weich ist die Straße eine einspurige Buckelpiste. Unser nächster Stopp waren die "Fairy Falls". Die Wasserfälle kommen über eine Klippe gestürtzt und sind wunderschön. Der Name kommt daher, dass der Fluss einfach aus der Ebende kommt und von keinem Berg herunterfließt. Damit es ihn gibt müßen also Feen im Spiel sein.
Weiter geht es zu den Lealt Falls. Von der Straße aus nicht zu sehen stürtzt sich hier ein Fluss ins Meer. Eine kleine Wanderung versüßt das Ganze.

Windy Shores

Und schon geht es wieder weiter in den Norden von Skye. Zum (fast) nördlichsten Punkt. Hier steht die Ruine Duntulm (Dun bedeutet im Gälischen "Fort des/der"). Der ehemalige Clansitz der Macleods and the Macdonalds steht erst seit dem 18. Jhdt. leer. Er steht vorgelagert auf einer Klippe. Ausgesetzt dem Wind und Wetter. Den Wind durften wir in besonderer Weise erfahren. Wir hatten einen besonders windigen Tag erwischt, es hat so stark geweht, dass man fast nicht mehr atmen konnte. Dafür konnte man sich einfach gegen den Wind lehenen oder in den Böhen gar "fliegen". Lustige Bilder und Videos folgen bald.
Nachdem wir hier eine spaßige Zeit - war es eine Stunde oder nur eine halbe? ich weiß es nicht mehr - verbracht haben sind alle erschöpft in die Sitze gefallen.

Hochmoor an Dudelsackmusik

Das nächste schottische Menü war eine wunderbare fahrt über eine mehr als holprige Straße. So fühlt man sich normal in der Achterbahn. Der Weg führt durch das Hochland von Skye. Links und rechts Hügel, Berge und viel viel Moor mit Heidekraut (oder so). Untermahlt ist das ganze von wunderschöner Dudelsackmusik. Auf einmal taucht ein Regenbogen auf. Eine absolut zauberhafte Stimmung. Man würde sich auch nicht wundern, wenn auf einmal hinter der Hügelkuppe ein Clan in den Krieg zieht. So wunderschön, dass man es nicht beschreiben kann. Man muss es einfach sehen und fühlen!

Ich werde Schotte

Zum Abendessen gibt es ein "mutiges" Mahl: Haggis. Auch ich habe mich durchgerungen es zu versuchen und so stehen wir in der Küche und kochen und rühren. Kartoffeln und Kartoffelbrei (damit wir etwas mehr haben, wir sind immerhin 7 mutige), Gemüse und eben Haggis. Frisch serviert wage ich mich an die braune, hackfleischartige Substanz. und siehe da, es schmeckt wunderbar. Etwas würzig zwar für meinen Geschmack, aber eigentlich richtig lecker. Man darf nur nicht an Schafsinnerein denken, die da drin sind. Auch am Nachbartisch zeigen sich dann einige mutig und versuchen etwas von unseren Resten. Alle stimmen zu, dass es durchaus essbar und lang nicht so "ecklig" wie gedacht ist.

Pubbing geht in die Verlängerung

Nach dem Freibierabend in unserer Herberge (jeder bekommt ein Bier oder einen Wein von der International Society) und etwas chillen in der Lounge geht es wieder auf ins Pub. Die Wege sind ja soooo weit ;) Da es gestern so gut war wieder ins Saucy Mary's. Leider ist heute die Musik nicht wirklich toll. Eine Frau mit guter Stimme aber null Stimmung singt. Schnulzen ala Celin Dion. Und das am Samstag abend zum feiern im Pub. Ich finde mich schon mit einem kurzen Abend (naja, bis halb 12 oder so) ab und freue mich aufs Bett. Als wir gehen lass ich mich aber noch überreden, "noch kurz ins Hakon zu schauen. Nur schauen." Dort spielt heute abend die Musik. Ein Schotte mit Akkordeon spielt Folkmusik und bringt die Wände zum Wackeln. Wir können nicht anders und zappeln ab. Wie witzig. Leider aber nur bis halb 1, dann hört er auf und wir gehen schwitzen Richtung Bett.

Tag 3 - Highlands and back home


Eilean Donan Castle

Nach einem noch früheren Start um 8:30 ging es zurück ans Festland. Nach zwei Stopps wegen eines Mädchens mit Hangover kommen wir dann an ein wunderschönes Castle. Laut Internet eine der meist fotografierten Burgen Schottlands. Gleichzeitig ist das gute Stück u.a. auch noch in Highlander und James Bond 007 zu sehen. Eilean Donan Castle liegt auf einer kleinen forgelagerten Insel an der Küste Schottlands. Wunderschön.

Nessie grüßt

Weiter ging es an den berühmten See, Loch Ness. Loch heißt übrigens See, Ben heißt Berg und Glen heißt Tal. Auf der Fahrt trifft man so einiges rund um den Nessie-Hype. Ein Ort zum Beispiel, der nicht mal direkt am Loch Ness liegt, hat 4 (!) Nessie-Ausstellungen. Auch am See wo wir schließlich Rast gemacht haben gab es ein riesen Besucherzentrum mit Nessie-Kram. Jeder will wohl ein Stück vom Kuchen abhaben.
Weiter auf dem Weg erzählt uns Ewan die Geschichte von Aleister Crowley, der bekannte Satanist, der sich am Loch Ness ein Haus gekauft hatte. Später lebte in diesem Haus u.a. Jimmy Page von Led Zeppelin. "Stairway to Heaven" wurde hier geschrieben.

Der 2. Schicksalsort der Schotten

Culloden Moor, der Ort an dem die schottischen Clans, unter der Führung von Bonny Prince Charlie, vernichten geschlagen wurden ist einer der wichtigsten in der schottischen Geschichte. Im Anschluss an die Schlacht wurden alle Zuschauer, Kinder und Frauen (damals üblicher Weise mit dabei), alle Leute auf den Straßen und alle Schotten auf dem Schlachtfeld umgebracht. Viele ließ man sterbend oder verwundet auf dem Schlachtfeld liegen und wartete bis sie jämmerlich starben. Der General der die englische Truppen befehligte ging als "the Butcher" (der Schlächter) in die Geschichte ein.
Im der Folge der Schlacht wurde alles schottische Verboten und viele Schotten verfolgt und umgebracht. Die gälische Sprache, der Kilt und auch der Dudelsack, alles verboten. Eine ganze Kultur wurde ausradiert.
Auch die Vertreibung und "Ausrottung" der Highlander, was zu den heute so einsamen Highlands führte, war eine Folge dieser Schlacht. Für die neuen englischen Herren war Schafzucht gewinnbringender als die (Arbeitskraft der) Highlandclans.
Nun aber wieder zurück zu unserer Reise. Das Schlachtfeld war mit diesem Wissen im Hinterkopf, trotz Sonnenschein, ein äußerst bedrückender Ort.
Im Besucherzentrum habe ich dann endlich eine günstige Schottlandflagge gefunden. Nur £4. Eine schöne Flagge von einem bedeutenden Ort!

Daheim

Über Dunkeld (Fort der Kelten) ging es dann zurück nach Glasgow. Abends um 7 waren wir (endlich) wieder da. Müde und hungrig. Aber auch sehr glücklich *g*

Bilder folgen hoffentlich bald