St. Andrews

Ein Samstagsausflug nach St. Andrews stand heute auf dem Programm. In Glasgow war noch alles in dicken Nebel getaucht, der unterwegs sogar noch schlimmer wurde. Der Wetterbericht hatte "geschlossene Wolkendecke" für die Region um St. Andrews angesagt. Keine guten Vorraussetzungen.
Die Busfahrt war für mich eher unangenehm. Die Strecke ist, da es alles mehr oder minder über Nebenstraßen geht, sehr kurvig. Mir war bald sowas von schlecht... . Bei einer kurzen Pause meinten dann alle, wie weiß ich doch im Gesicht sei. Nach eben diesem bisschen Frischluft und einem Apfel war es auf der Weiterfahrt dann besser.

Wunder geschehen immer wieder

Kurz vor unserem Ziel begann sich der Nebel zu lichten. Ein Hoffnungsschimmer. Auf einmal riss dann die Wolkendecke auf und der Nebel war wie weggeblasen. Uns überraschte strahlendster Sonnenschein. Man musste geblendet die Augen niederschlagen. Gigantisch. Und so wunderschön sollte es dann den ganzen Tag bleiben. Um diese Jahreszeit (wir haben den 4.Februar!) ist man aus Deutschland ja nicht gerade Temperaturverwöhnt, aber die Sonne war heute so kraftvoll, dass man eher an einen lauen Spätfrühlingstag als an Winter dachte.

St. Andrews

Angekommen wurde unser Bus aufgeteilt (der längslang), da aus 3 Bussen 2 Gruppen gebildet werden sollten. Alle waren in der anderen Gruppe, bis auf Christin, die meinte: "Ach, ich komm 'heimlich' zu euch beiden in die Gruppe". Voll liab :). So waren Amelie und ich dann heute mit Christin unterwegs. Didi, Iva und Julie waren in der anderen Gruppe.
Wir sind dann zuerst zur Kathedrale, also besser gesagt zur Ruine derselben. Dort steht noch ein Turm, der St. Rule's Tower. Den kann man besteigen. Normalerweise ist das nicht gerade billig, aber für uns war das heute kostenlos. Umsonst war es jedoch nicht :) Nachdem man sich eine wirklich sehr enge Wendeltreppe hochgequält hat (ich glaube, das noch kein Schotte - ihr wisst schon, Volumen - dort oben war) wird man mit einem wunderschönen Ausblick über das Städtchen und den Strand belohnt. Wieder unten haben wir dann auf einer Bank in der Sonne eine kleine Brotzeit gemacht. Traumhaft. Warm, gemütlich, lecker. Ich bin jetzt noch ganz hin und weg!


Ausblick vom St. Rule's Tower

Die nächste Station war dann die Burgruine - wo die andere Gruppe zuerst war. Ich kann sagen, dass ich die Kathedrale toller fand, aber auch hier wärmte einem die Sonne das Fell. Von dort zogen wir 3 dann ohne die anderen weiter in die Geschäftsstraße. St.Andrews hat doch recht viel auf kleinem Platz zu bieten. Und alles ist zu Fuß erreichbar. Dort haben wir dann in einem Cafe rast gemacht. Getränke: Kalorienbomben². Espresso mit Kakao und "Sahne-Marshmallow-Haube" (bei Amelie ohne den Espresso). NamNamNam, dabei schmelzen die Marshmallows. Sehr süß und lecker.

Jetzt war wieder etwas Bewegung angesagt. Schließlich will man ja nicht vom Kaffee dick werden ;) Unsere nächste Station war die Universität. Schottlands älteste und nach Oxford und Cambridge die drittälteste Britische Uni. Viele der Institute liegen direkt am Meer. Sehr nett, aber doch ganz schön geldadelig.
Ein weiterer Pluspunkt dieser Stadt - aus sicht der Reichen - ist der Golfsport. St. Andrews gilt als wiege des Golfs. Der älteste noch existierende Platz, der Old Course liegt hier direkt neben dem Strand. Das wollten wir uns dann auch nicht entgehen lassen. Dabei ist dann auch das wunderbar grüne Bild der Swilcan Bridge entstanden. Diese Brücke geht (angeblich) auf die alten Römer zurück. Die Straße führte über sie zum damaligen Hafen. Das gute Stück wurde später dann in den Golfplatz integriert. Schon sehr cool.


Swilcan Bridge auf dem "Old Course"

Unsere letzte "Station" vor der Abfahrt war bei diesem unschlagbar fantastischem Wetter natürlich der Strand. Sowas von breit und schön. Hach... . Über eine Stunde sind wir hier entlangspaziert, haben ein wenig geschaut und geratscht und einfach den Tag genossen. Ein ganzes Stück von der Stadt entfernt waren lauter Kites (Drachen) am Himmel. Dort wollten wir hin. Einige der Leute dort sind wohl den Spuren am Strand nach mit speziellen Strand-Skateboards gefahren, gezogen vom Wind in ihrem Kite. Einen haben wir dann noch mit einem Trike-Buggy gesehen, wie er sich ziehen hat lassen. Irre!


Kite-Buggy am Strand von St. Andrews

Heimreise

Eine wirklich tolle Stadt, zumindest bei solch schönem Wetter. Bei Wolken oder gar Regen hätte es nur halb so viel Spass gemacht. Nichts war hier überdacht. Die Heimfahrt war dann wieder von leichter Übelkeit getrübt, aber nicht so schlimm wie der Hinweg. Schade, dass der Tag vorbei war. Froh waren wir aber dann doch, endlich auch mal wieder die Beine ausruhen zu können.

Wer noch ein bisschen mehr zu St. Andrews wissen will, der kann mal diesen Wikipedia-Artikel mit weiterführenden Links anschaun.

Ach ja, ich hab zum Thema ja auch noch was zu bieten:
Hier findet ihr die zugrhörigen Bilder: 04/02/06: St. Andrews

Julie adieu

Leider wurde dieser Wunderschöne Tag auch ein wenig getrübt, Julie reist morgen ab. Am Abend war ich dann noch in drüben im C-Block um bei einem gemütlichen Bier Tschüs zu sagen. Ich bin dann als erster gegangen, der Tag war (sehr) lange und meine Augen haben zu brennen angefangen.
Ja, jetzt ist also auch die zweite, liebe Belgierin (Belgian No. 2 ;) ) weg. Ich drück dich auch noch mal übers Internet ganz fest! Fehlst hier!