Keine ruhige Minute
Was ein Samstag. Los geht es erst mal mit - für Samstag - frühem Aufstehem. Schließlich hat Amelie mit Christin ausgemacht, dass wir uns um 11:00 a.m. treffen. Ja wird da jetzt mancher sagen, ich lese da 11 Uhr, das ist doch nicht früh. Aber für schlafdefizitäre Menschen wie mich ist es wirklich sehr früh. Davor will ja auch noch gefrühstückt werden und hinlaufen mussten wir auch noch eine halbe Stunde. Aber ich will mich nicht beschweren. Nur so bekommen wir unser heutiges Programm überhaupt unter.
Mit Christin sind wir dann zur Queen Street Station gegangen um unsere Frühbucher Tickets für Mull zu kaufen. Apex-Tickets (so heißen sie auf englisch) erhält man in Schottland noch 2 Tage vor der Reise. Sehr nett und wirklich günstig.
Und ja, wir werden zu viert nach Mull fahren. Nächsten Freitag bis Sonntag. Ich freue mich schon. Jetzt muss dann nur noch das Wetter mitspielen, damit wir auch nochmal schön wandern und Sightseen können.
The Lighthouse - Scotland's Centre for Architecture, Design and the City
Christin ist dann wieder heim, Essays schreiben und putzen. Amelie und ich haben es dann endlich, kaum eine Wochen vor unserem Abflug, ins Lighthouse geschafft. Da wollte ich eigentlich schon mit Mama (also im Januar) hin.
Das Gebäude, etwas in einer Seitenstraße versteckt, ist eigentlich ganz schön gemacht. Ein Umbau eines alten Macintosh-Hauses. Die Ausstellungen, die offen waren waren auch ganz cool. Z.B. gab es eine wirklich witzige Videoinstallation vom Künstlerkollektiv "Ant Farm" unter anderem mit einem Beitrag zu ihrem Projekt "Cadillac Ranch".
Die Macintosh-Ausstellung hat mich dann eher etwas gelangweilt. Ich hab eine gewisse Macintosh-Übersättigung!
Sonst gab es leider nicht mehr viel zu sehen, wir hatten uns nämlich einen ziemlich ungünstigen Termin ausgesucht. 3 der 6 oder 7 Gallerien wurden gerade umgebaut und für neue Ausstellungen vorbereitet und somit im Moment nicht zugänglich. Sehr schade.
Nächster Stopp
Um die kleine Pause die wir nun hatten zu überbrücken haben wir einen Kaffee-Stopp im Starbucks in der Byres Road eingelegt. Was man da alles zu sehen bekommt... sehr witzig. Jeder Soziologe (*me waves to Belgium*) hätte seine wahre Freude gehabt. Von Familien mit Sohn im Jogginganzug und die Tochter aufgebrezelt als würde sie gerade zum Clubben gehen, Vater mit Kleinkind, wobei der Vater alle 5 Minuten aufgestanden ist und auch mal für länger weg war - sich aber nie wirklich mit dem süßen Sohnemann beschäfftigt hat, bis hin zu wirklich unmöglichen Behinderten. Letzterer kam mit Subway Sandwich in den Laden gerollt, hat sich dann einfach mal einen Tisch, an den sich zwei Mädchen setzten wollten gekrallt, nur um dann aufs Klo zu "gehen". Anschließend hat er dann den mitgebrachten Sandwich und einen ebenfalls mitgebrachten Saft verzehrt und sich von den Angestellten, die ihn baten das bleiben zu lassen, nicht aus der Ruhe bringen lassen. Einfach ein bisschen auf doof stellen und sich ins Fäustchen lachen. Na, Amelie und ich hatten unseren Spass beim beobachten :)
Frisch gestärkt ging es dann ins "Stevie", ein bisserl sporteln. Mann oh Mann, heute wars aber wieder mal voll. Gibts da was umsonst am Samstag Abend?
Vorabendprogramm
Als wir dann zu Hause waren haben wir fix gekocht. Eine wunderbare, leckere Gemüsesuppe mit frischen Parmesan-Hobeln bestreut. Danach hab ich dann die verbleibende halbe Stunde genutzt um mit meiner (relativ) frisch aus Indien wiedergekehrten Mama zu telefonieren. Gut gelandet ist sie mal :)
Und auf gehts - ab auf die Piste
Und schon ging es wieder los. Schon wieder zu Christin. Zusammen mit ihr und Frizi (ja, so heißt die) wollten wir auf Christians Geburtstagsparty. Die Party war dann zwar zeitweise so überlaufen (mit lauter absolut unbekannten Menschen), dass wir aus der Küche in Christians Zimmer geflohen sind, dort haben wir dann aber noch wunderbar geratscht.
Immer wieder kam der Security-Typ des Wohnheims um die Party aufzulösen. So wurde es leerer. Im Zimmer waren wir ja völlig unbehelligt. Der Blick aus dem Fenster erwieß sich dann als Schock. Draußen hatte es geschneit, aber mal so richtig! Es lagen mindestens 15 - 20 cm Schnee. Um ca. 3 oder war es schon 4 sind wir dann nach einigen Bieren nach Hause aufgebrochen. Besonders Christin freute sich über die guten Straßen, hatte sie doch ihre super-niedrigen Schuhe an, in die bei jedem Schritt der Schnee reinschippte. Auch Amelie und ich waren nicht wirklich für Schnee, noch dazu in diesen Mengen, gerüstet. Aber ich habe es dann doch immerhin den halben Heimweg (bei schönem Wetter 45 Minuten) geschafft, trockene Füße zu behalten.
Den anfänglichen Plan, ein Taxi zu nehmen hatten wir recht schnell verworfen, da die Taxis auch nicht wesentlich schneller als Fußgänger waren. Da ist so ne Fahrt dann doch etwas zu teuer. Unterwegs sind uns dann noch einige Discogänger in seeeehr luftigen Outfits begegnet. Lustig! Die beste war so ne richtige Tonne (sorry, aber so war sie), bekleidet nur mit einem kleinen "neckischen" Pailettentop und einer 3/4-Hose. Dazu Stöckelschuhe und natürlich keine Jacke. Bestens gerüstet für dieses Wetter. Als dann ein Taxi (weil besetzt) an ihr einfach vorbeigefahren ist, da ist sie beinahe verzweifelt. Na, erfrohren wird sie mit der guten körpereigenen Isolierung jedenfalls nicht sein. Und ich habe mich köstlich amüsiert.
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