Nachtrag Teil 1: Montag
Heute stand packen auf dem Plan. Das macht mir wirklich keinen Spaß. Auf einmal ist das Zimmer so kahl und leblos.
Am Abend haben wir uns dann noch einen schönen Ausgleich gesucht. Wir sind ein letztes mal ins Kino gegangen. Wir haben uns den Film Tsotsi angeschaut. Der Film hat dieses Jahr den Oscar für den besten ausländischen Film gewonnen.
Das Werk erinnert ein wenig an den (ebenfalls) genialen Film City of God. Die Thematik ist eine ähnliche. Es geht um einen Jugendlichen Gangleader in einem Getto in Südarfika. Dabei stehen die Konflikte der reichen Bewohner und der Armen Bevölkerung mit im Mittelpunkt, aber auch die inneren Konflikte der Hauptperson Tsotsi (dt. "Gangster"). Dieser findet in einem gestohlenen Auto ein Baby und nimmt sich dessen an. Dabei stößt er immer mehr auf die moralischen und gesellschaftlichen Probleme, die sein Handeln erzeugen. Er beginnt nachzudenken. Dabei zeigt der Film jedoch beide Seiten sehr "neutral", die Seite der Reichen und die der Gangs.
Der Film lebt von seinen schönen aber auch oft brutalen Bildern und einem genialen Hauptdarsteller Presley Chweneyagae. Dabei kommt er mit relativ wenigen Worten aus. Wunderschön ist dabei, dass diese dann nicht synchronisiert sind, sondern in einem Gemisch aus Zulu, Xhosa und Afrikaans mit englischen Untertiteln sind. Den letzten Schliff bekommt der Film von einem genialen Soundtrack (viele Lieder stammen vom Getto-Star Zola, der auch eine Rolle in dem Film hat).
Alles in allem ein wunderschöner Film zum Nachdenken und manchmal auch zum kurzen Träumen. Sehr empfehlenswert!
Ein etwas aufschreckendes Zwischenspiel möchte ich noch erwähnen. Während des Films bekam eine Frau auf einmal einen Anfall, sah mir sehr nach Epilepsie aus. Das war schon ziemlich krass, wenn man von den starken Bildern so gefesselt ist und auf einmal im Kinosaal jemand laut aufstöhnt. Es sind dann aber sofort einige Leute zu Hilfe geeilt bzw. haben das Kinopersonal verständigt. Schlimmeres ist dabei dann nicht passiert.
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